Phagen als Antibiotika-Alternative ermöglichen – neue Richtlinien für biologische Medizinpräparate erlassen

Antibiotikaresistenzen nehmen weltweit seit Jahrzehnten zu. In den letzten Jahren zeigen sich auch gegen Reserveantibiotika zunehmend Resistenzen. Um eine potentiell katastrophale medizinische Krise zu vermeiden, ist es nötig, zeitnah Alternativen zu aktuell eingesetzten Antibiotika zu erforschen. Neben neuen Antibiotika stellen Bakteriophagen in dieser Hinsicht ein vielversprechendes Forschungsgebiet dar.

Aufgrund ihrer Natur lassen sich mit Phagenpräparaten jedoch das im Rahmen der Good Manufacturing Practice erforderliche Kriterium der gleichbleibenden reproduzierbaren Produktqualität für Humanarzneimittel schwer erfüllen.

Um Forschung und anschliessenden Einsatz entsprechender Phagenpräparate zu ermöglichen, müssen folglich für diese biologischen Präparate gesonderte Herstellungs- und Einsatzvorschriften entwickelt werden, die der Natur von Bakteriophagenlösungen und ihren Wechselwirkungen mit anderen Organismen gerecht werden.

Verbesserte Palliativinfrastruktur für ein selbstbestimmtes und würdevolles Sterben

In Folge der zunehmenden Überalterung der deutschen Gesellschaft und des medizinischen Fortschritts, nehmen die Fälle, in denen der Sterbeprozess sich nicht innerhalb von Stunden oder Tagen, sondern Wochen bis Monaten abspielt, stetig zu. Zugleich ist sowohl die stationär-klinische Infrastruktur dank der Gesundheitsreformen der letzten Jahrzehnte nicht mehr darauf ausgelegt, Patienten für einen derartig langen Zeitraum zu betreuen, und von Seiten der Betroffenen sowie ihrer Angehörigen wird vermehrt der Wunsch geäußert, den letzten Lebensabschnitt soweit wie möglich im vertrauten Lebensumfeld zu verbringen.

Aus diesen Gründen steigt der Bedarf an palliativer Hospizversorgung auch und gerade in einer Großstadt wie Köln beständig an.

Das Angebot kommt jedoch mit diesem steigenden Bedarf längst nicht mehr mit.

Die Jungen Liberalen Köln fordern deshalb die Stadt in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen in LVR und Landesverwaltung auf, möglichst zeitnah ausreichend Mittel zur Verbesserung der palliativen Infrastruktur im Raum Köln bereitzustellen. Hierbei geht es nicht nur um eine Erhöhung der Kapazitäten stationärer Einrichtungen, sondern insbesondere auch um eine bessere materielle und personelle Ausstattung ambulanter Palliativpflege, die vor Ort im häuslichen Umfeld den Patienten so lange wie möglich versorgt, bevor ein Aufenthalt in einer stationären Palliativstation bzw. -einrichtung erforderlich wird.

Die Geburt ist kein Wellness-Urlaub – für eine Reform des Haftungsanspruchs bei Geburtskomplikationen!

Die Jungen Liberalen Köln fordern, dass zukünftig nur noch dann der betreuende Arzt bzw. die geburtsbegleitende Hebamme für während des Geburtsvorgangs aufgetretende Komplikationen, ob mit oder ohne Langzeitfolgen für Mutter oder Kind, auf Schadensersatz verklagt werden können, wenn die Geburt in einem Krankenhaus-Kreissaal stattfindet. Ausgenommen von dieser Regelung sind nachgewiesene schwere Kunstfehler.

Alternativmedizin: Gefahr für die Gesundheit und Betrug am Beitragszahler

Fortschritte in der modernen Medizin beruhen auf wissenschaftlichem Erkenntnisgewinn. Parallel zu dieser Evidenz-basierten Medizin (EBM) haben sich verschiedene pseudomedizinische Strömungen gebildet, deren Modelle und Therapien sich als reine Placeboeffekte herausgestellt haben. Trotzdem erfreuen sich diese „alternativen“ Verfahren in der Allgemeinbevölkerung einer großen Beliebtheit.

 

Dies führt zum einen zum ethischen Problem, dass eine „alternativmedizinische“ Behandlung bei alleiniger Anwendung im Fall von schweren Krankheitsbildern eine ernste Bedrohung für die Gesundheit des Anwenders darstellen kann. Zum anderen tritt auch unter der dem Gesichtspunkt der solidarischen Gesundheitsfinanzierung das Problem auf, dass pseudomedizinische Verfahren zum Teil von staatlichen Krankenkassen finanziert werden. Aus dem Topf des Solidarsystems wird also dringend benötigtes Geld für unhaltbare Konzepte verschwendet, was dem Beitragszahler gegenüber nicht gerechtfertigt werden kann.

 

Wir fordern deshalb, dass das Wissen der Allgemeinbevölkerung über medizinisch/pharmakologische Themen, sowie über wissenschaftliche Erkenntnismethoden verbessert werden muss. Dies kann durch einen Ausbau des naturwissenschaftlichen Unterrichts erreicht werden, oder durch die Einführung von medizinisch/gesundheitlichen Unterrichtseinheiten an Schulformen ohne ausreichenden naturwissenschaftlichen Unterricht.

Therapeutika, welche nur Placeboeffekte erzielen, müssen von der Apothekenpflicht entbunden werden. Sie sollen nicht mehr Namen wie „Medikament“, „Arznei“, „Medizin“ etc. tragen dürfen, die suggerieren, dass es sich um wirksame Medikamente handelt.

Gesetzliche Krankenkassen sollen keine homöopathischen und anthroposophischen Leistungen mehr finanzieren dürfen. Die Sonderrolle der Phytotherapeutika muss ebenfalls aufgehoben werden: Sie sollen wie klassische Medikamente hinsichtlich ihrer Wirkungen und Nebenwirkungen überprüft werden, und ebenso wie diese ihre Zulassungen erhalten.

Heilung durch Knochenmarkspende – Screening auch für Anti-HIV-Mutationen

Die Jungen Liberalen Köln fordern die Bundesregierung auf, wissenschaftliche Studien zur Wirkung von HIV-resistenzvermittelnden Mutationen zum Beispiel im CCR5-Gen auf HIV-Infektionen zu fördern.

Transfettsäuren

Die Jungen Liberalen Köln fordern die FDP im Deutschen Bundestag auf, sich dafür einzusetzen, dass Nahrungsfette maximal 2 % Trans-Fettsäuren enthalten dürfen.

Leihmutterschaft

Die Jungen Liberalen sprechen sich für die rechtliche Ermöglichung von Leihmutterschaften aus. Diese sind unentgeltlich nur gegen eine die besonderen Aufwendungen der Schwangerschaft entschädigende Aufwandsentschädigung, sowie evtl. späterer daraus resultierender Heil- und Behandlungskosten. Für die nicht gewerbliche Vermittlung von Leihmüttern soll ein System analog der Adoption oder Organspende eingerichtet werden. Der Einsatz einer Leihmutter ist an keinen bestimmten rechtlichen Personenstand gebunden. Die rechtlichen Bestimmungen sollen geändert werden.

Blutspende

Die Jungen Liberalen fordern die FDP auf, auf die Bundesärztekammer und den AK Blut im Gesundheitsministerium einzuwirken, dass in Zukunft auch bi- und homosexuelle Bürgerinnen und Bürger Blut- und Plasma spenden dürfen. Des Weiteren fordern wir die Bundesärztekammer auf, ihre diskriminierende Praxis gegenüber Homo- und Bisexuellen mit sofortiger Wirkung einzustellen und ihre Richtlinien den gesellschaftlichen Gegebenheiten anzupassen, um so sicherzustellen, dass diese gesellschaftliche Gruppe nicht generell ausgeschlossen wird.